Slappy von Chris                                    Frühjahr 2020

 

Chris hat ein neues Projekt. Eine eierlegende Wollmilchsau soll es werden.

Aber lassen wir ihn selbst berichten.

Hallo zusammen,


zur allgemeinen (und eigenen Erheiterung) will ich hier in der nächsten Zeit sporadisch über mein neues Projekt etwas berichten. Es handelt sich um die Konstruktion eines Motorfliegers, der für Huckepack- wie Flugzeug-Schlepp geeignet sein soll.


Das Projekt ist nicht wirklich neu. Ich such seit Mitte 2018 nach einem geeigneten Flieger. Aber ich bin irgendwie nicht fündig geworden. Warum? Immer passt irgend etwas gar nicht. Hier mein (persönliches) Anforderungsprofil:


- robuste und einfache Konstruktion

- elektrisch für 10-12S

- Schulterdecker mit nicht symmetrischem Profil, wobei der aerodynamischen Neutralpunkt auf der Längsachse liegen sollte, so auch die Motorachse und das Höhenleitwerk

- Spw. so um 2300 mm

- Position der Schleppkupplung möglichst nah an der Querachse, aber noch so, dass die (hypothetische) Zugkraftlinie immer noch durch den aerodynamischen Neutralpunkt läuft, also weder darüber noch darunter, denn in großerer Höhe wird dadurch das Schleppgespann gerne unruhig

- abnehmbares Höhen- und Seitenruder

- relativ große Ruder, aber nicht übermäßig, weil kein Interesse an 3D, wohl aber einfachen Kunstflug

- Landeklappen

- langer Rumpf (bzw. optimaler Hebel in Abhängigkeit zum Rollmoment des verwendeten Profils)

- Profil, mit welchem schöne langsame Steigflüge möglich sind (für Huckepack-Betrieb und F-Schlepp mit historische Segler), am liebsten ein Clark-Y mit etwas mehr Dicke, so 11-12%, damit auch im Regelfall sehr angenehm beim Landen,

- bisschen V-Form,

- langer Lipo-Schacht, um verschiedene Schwerpunktlagen durch Akku-Verschieben zu ermöglichen

- 2-Bein-Fahrwerk

- keine Flächenverstrebungen oder dergleichen


Ziemlich nahe kommt der Skywolf von Pilot an diese Anforderungen heran. Aber:

- Leider ist das Höhen- und Seitenruder beim Skywolf nicht abnehmbar gestaltet.

- Der Rumpf ist zwar schön hoch, es müsste aber die Schleppkupplung ziemlich weit hinten eingebaut werden, um ein (um die Querachse) neutrales Schleppverhalten zu erhalten. Das wirkt sich leider instabil auf die Hochachse aus...

- Das Seitenleitwerk ist für F-Schlepp nicht so gut geeignet (Gefahr, dass sich das Schleppseil dort verhängt).

- Ein Huckepackaufsatz ist schwierig.

- Flächenprofil nur bedingt für langsame Schlepps geeignet.


Ergo:

Selbst konstruieren...

Ein paar Tage später konnte ich erste Steckübungen machen. Nach ein bisschen Feilen funktionierte eigentlich alles, wie es sollte. Nur nicht der letzte Abschlussspannt. Den habe ich schlicht falsch konstruiert, weil ich offensichtlich mit den Bezugslinien durcheinander gekommen bin...


Der Motordom mit Akkuhalterung und Fahrwerksaufnahme bildet quasi die tragende Struktur des Slappys. Auch das Gewicht von rd. 820 g sieht ganz gut aus.


Nur gesteckt, ist das Gebilde schon schön stabil...